Stell dir vor, du kannst morgen nicht mehr arbeiten – dauerhaft.
Kein Einkommen, keine Absicherung, keine Ahnung, wie du die nächste Miete zahlst. Klingt nach Drama? Ist aber Realität für zigtausende Menschen – jedes Jahr.
Und genau hier kommt die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ins Spiel.
Sie ist kein Nice-to-have, sondern dein finanzielles Sicherheitsnetz, wenn dein Leben plötzlich einen anderen Gang einlegt.
Aber Achtung:
BU ist nicht gleich BU. Es gibt ein paar Dinge, die du unbedingt wissen solltest – bevor du blind unterschreibst oder irgendeinen Online-Rechner fütterst.
Also, los geht’s:
Was macht eine gute BU aus – und worauf musst du wirklich achten?
Hier findest du alle wichtigen Punkte im Detail, die dir bei der Auswahl der richtigen Berufsunfähigkeitsversicherung helfen.
Ausreichende Rentenhöhe festlegen
Die monatliche BU-Rente sollte nicht geraten, sondern realistisch gewählt sein.
Denn im Ernstfall brauchst du keinen Trostpreis – sondern eine Absicherung, die deinen Einkommensverlust auch wirklich auffängt.
Die Faustregel:
Sichere 60–80 % deines Nettoeinkommens ab.
Beispiel:
Nettoeinkommen: 2.500 € → 60–80 % absichern = 1.500–2.000 € BU-Rente
Warum?
Weil Miete, Kredite, Wocheneinkauf & Co. sich leider nicht dafür interessieren, ob du arbeiten kannst oder nicht.
Heißt:
Was vorher regelmäßig reinkam, sollte im Ernstfall zumindest annähernd weiterlaufen. Sonst wird aus dem Ernstfall schnell ein finanzieller Notfall.
Laufzeit?
Am besten bis zur Rente – und nicht früher Schluss machen.
Denn:
Die BU-Versicherung sollte dich mindestens bis zum gesetzlichen Rentenalter (aktuell 67) absichern.
Klar, eine kürzere Laufzeit spart ein paar Euro im Monat.
Aber wenn du deine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)
nur bis z.B: zum Alter von 60 abschließt, dann endet der Vertrag genau da
– egal, was danach passiert.
Und jetzt stell dir folgendes vor:
Du bist 58 Jahre alt und bekommst eine ernsthafte Krankheit oder einen Unfall, der dich dauerhaft arbeitsunfähig macht.
Problem:
Deine BU läuft nur noch 2 Jahre – danach ist Schluss.
→ Du bekommst also nur 2 Jahre lang eine BU-Rente.
→ Ab deinem 60. Geburtstag: kein Geld mehr aus der Versicherung.
Die Lücke:
Du hast noch 7 Jahre bis zur staatlichen Rente mit 67 – aber kein Einkommen mehr und keine BU-Rente.
Das nennt man dann eine fette Versorgungslücke. Und das kann im Ernstfall richtig wehtun und deine ganze Existenz bedrohen.
Ausschluss der abstrakten Verweisung
Achte darauf, dass dein Vertrag keine „abstrakte Verweisung“ enthält.
Das heißt auf gut Deutsch, das die Versicherung noch sagen könnte: „Du kannst deinen Job nicht mehr machen? Is ok – aber theoretisch könntest du ja noch irgendwo im Büro arbeiten oder Regale schlichten. Damit gibt’s keine BU-Rente für dich.“
Gute Tarife schließen das klar aus.
Denn du willst abgesichert sein für deinen Job – und nicht für irgendeinen Fantasie-Beruf auf dem Papier.
Beispiel gefällig?
Stell dir vor, du bist Elektriker. Du bekommst eine chronische Krankheit, kannst nicht mehr auf die Baustelle, keine Leitungen mehr legen, keiner körperlichen Arbeit mehr nachgehen.
Jetzt kommt die Versicherung um die Ecke und sagt:
„Naja… aber du könntest doch theoretisch noch als Telefonberater oder Pförtner arbeiten – also kriegst du keine BU-Rente.“
Bäm.
Genau das ist eine abstrakte Verweisung.
Völlig am echten Leben vorbei – aber rechtlich möglich, wenn dein Vertrag das erlaubt.
Deshalb:
Nur Tarife ohne diesen Quatsch!
Denn du willst im Ernstfall nicht diskutieren, ob du theoretisch noch irgendwo einen Schreibtisch findest – sondern ob du abgesichert bist. Punkt.
Leistung ab 50 % Berufsunfähigkeit
Wichtig:
Leistung ab 50 % Berufsunfähigkeit – nicht erst, wenn gar nix mehr geht.
Dein Tarif sollte die volle BU-Rente zahlen, sobald du deinen Job nur noch zur Hälfte oder weniger machen kannst – und das voraussichtlich für mindestens sechs Monate.
Heißt konkret:
Wenn du z. B. nach einem Unfall oder wegen einer chronischen Krankheit nur noch 4 Stunden am Tag arbeiten könntest, zählt das schon als berufsunfähig.
Und dann muss die Kohle fließen – nicht erst, wenn du komplett ausfällst.
Denn wer nur noch 50 % arbeiten kann, hat oft 100 % der Probleme.
Flexibel bleiben
Das Leben ändert sich, deine BU sollte mitziehen. Dein Tarif sollte dir die Möglichkeit geben, die BU-Rente später anzupassen – ohne nochmal zum Arzt zu müssen.
Mehr Gehalt? Familie gegründet? Haus gekauft?
Dann brauchst du auch mehr Absicherung – aber garantiert nicht noch mal ’nen Medizincheck und 12 Seiten Fragen zu deinem Knie von 2007.
Stell dir vor:
Mit 28 schließt du eine BU ab, sicherst 1.500 € BU-Rente ab.
Mit 35 bekommst du dein erstes Kind, verdienst mehr, kaufst vielleicht ein Haus.
Dein Bedarf?
Mindestens 2.000–2.500 € BU-Rente.
Aber:
Ohne Nachversicherungsgarantie musst du dann erneut deine Gesundheit nachweisen. Bluthochdruck? Rückenprobleme? Zu spät.
Stichwort: Nachversicherungsgarantie.
Heißt:
Du darfst erhöhen, wenn’s im Leben ernst wird – ganz ohne neue Gesundheitsprüfung. Und das ist Gold wert, wenn du nicht ewig jung, fit und faltenfrei bleibst.
Mit Nachversicherung?
Kein Problem!
Du passt die BU-Rente einfach an – ganz ohne neue Fragen, ganz ohne Wenn und Aber.
Finger weg!
Von der Arztanordnungsklausel, sonst wirst du zum Patienten auf Bewährung.
Das bedeutet?
Mit dieser Klausel darf die Versicherung sagen:
„Du willst keine OP machen, die dein Arzt empfohlen hat? Oder du lehnst eine Therapie ab? Dann gibt’s auch keine BU-Rente für dich.“
im Klartext:
Die Versicherung entscheidet nicht nur, ob du berufsunfähig bist, sondern auch, was du gefälligst zu tun hast, um wieder gesund zu werden. Ob du willst oder nicht.
Du solltest aber selbst entscheiden dürfen, welche Behandlung für dich richtig ist – und nicht dein Versicherungsvertrag.
Beitragsgestaltung – nicht nur auf den Zahlbetrag starren
Du siehst beim Abschluss den schönen niedrigen Beitrag und denkst:
„Nice, den nehm ich!“
Doch Vorsicht – da gibt’s zwei Beträge:
- Nettobeitrag = das, was du jetzt zahlst
- Bruttobeitrag = das, was du im schlimmsten Fall zahlen musst, wenn der Versicherer seine Überschüsse kürzt
im Klartext:
Der günstige Beitrag ist nicht in Stein gemeißelt. Der kann steigen.
Und wenn der Unterschied zwischen Netto und Brutto riesig ist, dann weißt du auch, wo der Hammer hängt.
Tipp:
Such dir lieber einen Tarif mit geringer Differenz – so bleibst du besser planbar und wachst nicht plötzlich mit doppelten Beiträgen auf.
Weltweit geschützt
Egal ob Bali, Berlin, Wien oder Bregenz. Deine BU-Versicherung sollte überall und jederzeit greifen.
Heißt:
Egal ob du für ein paar Jahre ins Ausland gehst, Work & Travel machst oder einfach in der Toskana alt werden willst – dein Schutz muss mitreisen.
Wichtig:
Keine Klausel wie „nur in Europa gültig“ oder „maximal 6 Monate im Ausland“ – das bringt dir nix, wenn du gerade in Thailand bist und plötzlich was passiert.
Gute Tarife sichern dich weltweit und unbegrenzt ab.
So wie’s sein soll.
Rückwirkend zahlen – weil du nicht hellsehen kannst
Manchmal zieht sich die Diagnose hin.
Du schleppst dich Monate (oder Jahre) durch den Alltag, funktionierst irgendwie – und erst viel später sagt ein Arzt: „Du warst eigentlich schon längst berufsunfähig.“
Blöd, wenn dein Vertrag dann sagt: „Tja, zu spät.“
Besser:
Du hast einen Tarif, der rückwirkend zahlt – am besten bis zu drei Jahre zurück. Denn du brauchst in so einem Moment nicht noch ein Streitgespräch mit der Versicherung – sondern einfach das, was dir zusteht.
Fallbeispiel: Rückblick mit Folgen
Stell dir vor:
Thomas, 42, arbeitet seit Jahren als Schreiner/Tischler.
Er hat Rückenschmerzen, wird ständig krankgeschrieben, schleppt sich trotzdem weiter auf die Baustelle und denkt sich: „Wird schon wieder.“
Nach über einem Jahr kommt die Diagnose:
Bandscheibenvorfall, OP, dauerhaft arbeitsunfähig.
Die BU wird beantragt – und genehmigt.
Aber:
Wenn sein Vertrag keine rückwirkende Leistung vorsieht, bekommt Thomas erst ab Antragstellung Geld. Das ganze Jahr davor – in dem er schon krank und nicht mehr richtig arbeitsfähig war? Pech gehabt. Kein Cent.
Mit einem guten Vertrag?
Zahlt die Versicherung rückwirkend – bis zu drei Jahre zurück.
Er bekommt Geld für die Zeit, in der er längst berufsunfähig war, aber es eben noch nicht offiziell festgestellt wurde.
Gesundheitsprüfung
Hier wird nicht geschummelt. Punkt.
Bevor du eine BU abschließt, will die Versicherung wissen – wie’s dir gesundheitlich geht. Logisch – schließlich sollen sie im Ernstfall ordentlich zahlen.
Wichtig:
Bei den Gesundheitsfragen wird nicht geschönt, vergessen oder getrickst.
Denn wenn du was verschweigst – selbst aus Versehen – und später berufsunfähig wirst, kann die Versicherung sagen:
„Sorry, das stand aber nicht im Antrag. Also keine Leistung.“
Sei ehrlich. Wirklich.
Lieber ein paar Euro mehr zahlen – als am Ende mit leeren Händen dastehen, weil du mal eine Allergie vergessen hast zu erwähnen.
Fazit
Lieber jetzt Gedanken machen – als später dumm aus der Wäsche schauen.
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist nicht sexy, nicht spannend und schon gar kein Gesprächsthema fürs erste Date – aber sie kann dein Leben retten, wenn’s hart auf hart kommt.
Deshalb:
Nicht den erstbesten Vertrag nehmen. Nicht nur auf den Beitrag schauen. Und bitte nicht sagen „Ach, mir passiert schon nix“.
Denn genau das haben die gesagt, die heute ohne Einkommen dastehen.
Denk dran:
- Sichere genug ab.
- Plane bis zur Rente.
- Kein abstrakter Papier-Job-Ersatz.
- Kein „nur 49 % BU – Pech gehabt“.
- Keine Arztpflichten auf Zwang.
- Und schon gar keine Beitragsexplosion mit Ansage.
Mach’s richtig. Für dich. Für deine Familie. Für deine Ruhe im Kopf.
Und wenn du jetzt denkst: „Okay, wo fang ich an?“
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